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nazis im kino
Donnerstag Februar 26th 2009, 18:55
Abgelegt unter: Meinung

Operation Walküre ist eines der neuesten Wunderwerke Hollywoods. Natürlich ist die Hauptrolle, mit Amerikas bekanntestem Klerikalfaschisten, perfekt besetzt. Neben all diesen Lobreden auf Graf Stauffenberg und seine Mitverschwörer, kommen in mir immer mehr Zweifel an den tatsächlichen Absichten des abtrünnigen NSDAP-Mitglieds auf.

graf_stauffenberg

Dass Stauffenberg Hitler ermorden und das bestehendes Regime verändern wollte ist Tatsache. Als Wiederstandskämpfer gegen die Nazidiktatur, wie Sophie Scholl, oder den Österreicher Johann Schachermeyer, würde ich Tom Cruise, pardon Claus  Schenk Graf von Stauffenberg, nicht bezeichnen. Aus meiner Sicht hat Stufenberg niemals gegen das Deutsche Reich, das er selbst mit seinen Wehrmachtskollegen großteils erobert und Aufgebaut hat, gekämpft. Eines Tages kam ihm anscheinend der visionäre Einfall, dass der Endsieg kaum zu erreichen war und Hitler sich zu einem sturen, geistig verwirrten Staatschef entwickelt hatte, der er eigentlich schon zu Beginn seiner Machtperiode war. Dem Deutschen Reich an sich nicht abgeneigt, beschloss er Hitler zu ermorden. Das ist ja angesichts der Lage, in der sich Nazi-Deutschland befand, ein netter Einfall. Wenn ein Mensch einen Tyrannen stürzen will, nur um das von ihm aufgebaute faschistische System weiterzuführen und zu verbessern, kann ich diesen Menschen wohl kaum als Wiederstandskämpfer bezeichnen.

Stauffenberg war ein Faschist und ist mit wirklichen antifaschistischen Kämpfern nicht vergleichbar. Auch wenn er die Absicht hatte, die Aussichtslose Situation des Reiches, durch eine gemäßigtere Politik, zu verbessern, so war er Mitglied der NSDAP und Vertreter eines perversen Systems.

Das gerade eine Person, die von religiösen Säuberungen spricht und einer demokratiefeindlichen Sekte angehört, einen vermeintlichen Freiheitskämpfer spielt, ist ein ganz anderes Thema.

Wenn man genau darüber nachdenkt sind sich Stauffenberg und der liebe Tom vielleicht doch ähnlicher als man glaubt.

(von Leo Mayr)