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Wie viel können 630 Leute essen? Gar nicht so wenig, besonders wenn das Leute vom Kaliber Berlusconi sind. Wieviel kostet dann also deren Essen? Sicher genug, um die italienische Wirtschaft vor der Weltwirtschaftskrise zu retten!
Maurizio Fugatti ist ein Politiker, wie ihn sich der Rest Europas eigentlich nur Wünschen kann. Er reagiert auf aktuelle Problematiken, mit kreativen und innovativen Ansätzen, die alles in Wohlgefallen auflösen werden, und gleichzeitig auch noch für die erstrebenswerten Ideale seiner weltoffenen Partei, der Lega Nord, stehen.
Von ihm stammt nämlich der Antrag im Parlament, dass die dortige Kantine nur noch italienische Produkte anbieten sollte, “vom Käse bis zum Schinken” legte sein Parteifreund Fabio Rainieri, passenderweise aus der Stadt Parma, noch einen drauf.
Und der dritte aus der netten Lega Nord, der Landwirtschaftsminister Luca Zaia, meinte sogar noch, dass die Abgeordneten nur gut arbeiten könnten, wenn sie italienisches Essen essen würde. Und da sind wir schon beim Thema: Gesunder Rassismus, ordentlicher Nationalismus und feinste Xenophobie.
Diese Essensattacke ist nämlich nur ein Fall einer längeren Reihe von Italienisierungsversuchen, denn er zu Weihnachten wollte Zaia “Fremdländische Früchte von heimischen Tischen” entfernen und startete eine Kampagne gegen Ananas, Papaia und Mango, die von den Italienern eigentlich kaum wahrgenommen wurde. Aber Da ist viel viel gefährliches Potential dahinter, denn die Lega Nord hält auch alle ihre Lokalpolitiker an, auf diesem Kurs mitzufahren, und dem Volk eine heimische, national-kulinarische Erziehung angedeihen zu lassen:
Die toskanische Stadt Lucca hat bereits Restaurants, deren “Aktivität auf andere Ethnien zurückzuführen ist”, innerhalb der Altstadtmauern verboten, und die gesamte Lombardei-Region entwirft gerade eine Vorschrift, die dies für alle dortigen Gemeinden und Städte vorsieht. Denn es ist eine “unfaire Konkurrenz”, wenn die “Araber” in ihren Kebabständen so lange arbeiten, so lautet zumindest die offizielle Argumentation.
Wär mir von diesen Fast-Faschisten nicht schlecht, würd hier “Mahlzeit” stehen…
(von Tobias Stadler)
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