Abgelegt unter: Meinung
Gestern fand der berüchtigte Burschenschafter-Kommers in Innsbruck statt, auf dem sich die von den bösen Linksterroristen gequälten Herren endlich einmal ausweinen konnten.
Kein Mensch kann leugnen, dass Burschenschaften rechtsextreme Vereinigungen sind. Die wiener “Studentenvereinigung” Olympia, in der auch Herr Graf sehr engagiert ist, sagt von sich selbst: „Wir sind normal geblieben unterm Schutt der Zeit, an uns sind Umerziehung, Trauerarbeit und Betroffenheit, doch auch Konsum, soziale Dünkel und Moderne fast völlig spurlos vorbeigezogen.“
Was “normal” ist muss jeder für sich selbst definieren. Aber für mich ist es alles andere als “normal”, wie eine Faschingsgilde verkleidet, irgendwelche perversen Treffen, bei denen der Abschaum der deutschsprachigen Länder sich an einen Tisch setzt und sich kammeradschaftlich die Kante gibt abzuhalten.
Sehr amüsiert haben mich auch die Forderungen unseres Grafen nach “Freiheit für Südtirol” und “Freien Medien”. Laut ihm nimmt nämlich der Gesinnungsterror in den Medien immer mehr zu und es wäre an der Zeit endlich “wirklich freie Medien” einzuführen.
“Ich bin stolz, ein Aushängeschild des akademischen rechten Lagers zu sein”, sagte unser lieber Nationalratspräsident in einem Interview und sprach außerdem über die ”unglaublichen Diffamierungen” und die “politische Hetze” der “politischen Linken”.
Die Demos verliefen friedlich und laut Polizei kam es nur zu verbalen Auseinandersetzungen. Ein paar Burschenschis klagten allerdings über abhanden gekommene Deckel.
(von Leo Mayr)Keine Kommentare so far
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