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Sonntag Februar 15th 2009, 21:49
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o       Der Klassenrat

§         WAS IST EIN KLASSENRAT

Der Klassenrat ist die Versammlung aller SchülerInnen einer Klasse mit dem/der LehrerIn des jeweiligen Faches, die in regelmäßigen Abständen stattfindet (einmal pro Woche, Monat, Semester). Ziel ist es, gemeinsam Konflikte auszudiskutieren, Schwerpunkte im Lehrplan zu setzen und Exkursionen und Projekte zu planen. Außerdem können Vereinbarungen beschlossen werden, die für alle Angehörigen der Klassengemeinschaft (einschließlich der LehrerInnen) einzuhalten sind und gegebenenfalls beim nächsten Klassenrat verändert werden können. Der Klassenrat stellt, sobald LehrerInnen und SchülerInnen hinter der Idee stehen und Unsicherheiten überwunden sind, eine Bereicherung für das Schulleben dar.

§         ANLIEGEN DES KLASSENRATES

Leistungsbeurteilung

Wie setzt sich die Note zusammen? Welche Kriterien müssen erfüllt werden?

Schwerpunkte im Lehrplan

Im Lehrplan ist in Kern- und Erweiterungsstoff unterteilt. Der Erweiterungsstoff soll laut SchUG nach Interessen und in Zusammenarbeit mit den SchülerInnen erarbeitet werden.

Methoden der Unterrichtsvermittlung

Unterricht kann mehr sein als langweiliger Frontalunterricht. Arbeiten mit Flipcharts, Tonband, Videos, CD-Roms, Internetrecherchen oder Projektunterricht würden den Unterricht um einiges interessanter werden lassen.

Klassenklima

Konflikte und Probleme werden in Schulklassen leider oft unter den Tisch gekehrt. Der Klassenrat bietet die Möglichkeit auf zwischenmenschliche Probleme einzugehen und Lösungsansätze zu erarbeiten.

§         DURCHSETZUNG DES KLASSENRATES

1) Informelle Vereinbarung mit dem/der LehrerIn

2) SGA-Beschluss Kategorie C (Empfehlung durch den SGA)

3) SGA-Beschluss Kategorie A (Verankerung in der Hausordnung)

Den Klassenrat in der Hausordung zu verankern ist zweifellos eine schwierige Aufgabe. Der Zwang könnte negative Auswirkungen auf die Klassenräte haben. Um den Widerstand gegen dieses Projekt zu vermindern, müssen auf jeden Fall alle SchulpartnerInnen informiert und aufgeklärt werden.

§         ORGANISATION DES KLASSENRATES

Im Vorfeld des Klassenrates wir eine Wandtafel in der Klasse aufgehängt, die in drei Bereiche eingeteilt wird:

Ich finde gut

Ich wünsche mir

Ich finde nicht gut

Die eingetragenen Punkte werden dann im Klassenrat diskutiert.Bei den Sitzungen ist immer ein anderer Schüler/eine andere Schülerin ModeratorIn. Er/Sie hat die Aufgabe die auf der Wandtafel aufgeführte Themen in die Gruppe einzubringen, Probleme die mündlich eingebracht werden niederzuschreiben, um sie später aufgreifen zu können und auf die Einhaltung der RednerInnenliste zu achten. Jeder  Punkt wird von der gesamten Gruppe behandelt. Einträge, die nicht die ganze Klasse betreffen (Streitigkeiten zwischen zwei SchülerInnen) werden nicht aufgegriffen. Hier sollte zu anderen Lösungsmöglichkeiten gegriffen werden wie z.B.: MediatorInnen.

Protokoll

Diskussionsbeiträge, Regeln und Abmachungen die von der Klasse getroffen werden, sollten zu Protokoll gebracht werden. Das Protokoll wird in der Klasse aufgehängt. Beschlossenes gilt für den Zeitraum zwischen zwei Klassenräten und ist verbindlich für alle SchülerInnen und den/die LehrerIn. Die Regeln können natürlich jederzeit neu diskutiert und modifiziert werden.

Abstimmungen

Vorschläge können mit einfacher Mehrheit beschlossen werden. Alle haben eine Stimme (auch der/die LehrerIn). Enthaltungen oder Egal ist nicht erlaubt. Jedoch sollte nicht ohne Diskussion über Einzelne hinweg abgestimmt werden.

Die Funktion der Lehrperson

Der Erfolg des Klassenrates hängt stark von der Lehrperson ab. Die Lehrperson darf in Diskussionen nicht zu schnell eingreifen und nicht mit seinen/ihren Vorschlägen die Entscheidungsfindung vorwegnehmen. Der Klassenrat darf auf keinen Fall zu einer Versammlung werden, die nur zur Erstellung von disziplinären Maßnahmen und Sanktionen wird. In der ehrlichen Gesprächsführung liegt die Chance, eine gemeinsame Basis zu finden und kreative, fortschrittliche Lösungen gemeinsam zu erarbeiten.

o       SchülerInnenzeitung

§         SELBST SCHREIBEN STATT VORSCHREIBEN LASSEN!

Medien sind in unserer Gesellschaft fast alleinig für die Informationsaufnahme- und weitergabe zuständig. Wissen wird fast ausschließlich den Medien (Büchern, Zeitungen, Internet, etc.) entnommen. Information die nicht in den Medien publiziert wird, ist praktisch nicht existent und die Weitergabe beschränkt sich auf einen kleinen Kreis dem die Informationen weitergegeben werden können Öffentlichkeit zugänglich zu machen, auf Missstände hinzuweisen, Initiativen durchzusetzen und vieles mehr.

Auch an Schulen sind Medien ein geeignetes Mittel um Öffentlichkeit zu schaffen, SchülerInnen eine Stimme zu geben, Missstände aufzuzeigen und sich für Verbesserungen einzusetzen. Egal ob unfaires Verhalten von LehrerInnen, Bildungsabbau oder einfach nur ein Test über das Essen des Schulbuffets. Mit SchülerInnenzeitungen kann mit wenig Aufwand viel erreicht werden. Außerdem bieten SchülerInnenzeitungen die Möglichkeit für SchülerInnen ihre Meinung zu einem aktuellen Thema kund zu tun und nicht immer nur die anderer lesen zu müssen!

§         HOW TO ACT?

Wenn du Interesse hast eine SchülerInnenzeitung an deiner Schule herauszugeben, ist es zunächst wichtig weitere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu finden. Dann kann es bereist an die Planung gehen. In Redaktionssitzungen werden gemeinsam Artikel und Termine festgelegt. Der Druck muss organisiert werden und ein/eine LayouterIn gefunden werden.

Das sind im groben die Schritte, die zur Umsetzung einer SchülerInnenzeitung notwendig oder hilfreich sind. Die gesamte Thematik ist allerdings um einiges komplexer. Aus diesem Grund bietet die aks eine SchülerInnenzeitungsbroschüre an, in der du alle Schritte von der 1. Redaktionssitzung bis zu Druck und Sponsoring beschrieben und erklärt findest. Du kannst sie direkt bei der aks bestellen, oder unter http://www.sz-network.at/ downloaden, wo du übrigens auch nähere Infos zum SchülerInnenzeitungsnetzwerk der aks findest.

o       LehrerInnenfeedback

Ein Projekt, das SchülerInnenvertretungen seit vielen Jahren landes- oderbundesweit durchsetzen wollen, das aber im Endeffekt bisher immer nur an einzelnen Schulen wirklich möglich war, ist das LehrerInnenfeedback. Der Grundgedanke ist folgender: Wenn Schulnoten und Zeugnisse - wie uns permanent klargemacht wird - nicht der Auswahl der besten SchülerInnen, sondern der Rückmeldung über die eigene Leistung im Sinne ihrer Verbesserung dienen sollen, warum geht das nicht auch in die andere Richtung? Es gibt keinen Unterricht mit dem methodisch oder inhaltlich alle SchülerInnen zufrieden wären. Leider werden die Wenigsten um ihre Meinung gefragt. Unterrichtsqualität hat etwas damit zu tun, wie wohl sich alle Beteiligten im Unterricht fühlen. Die meisten LehrerInnen beschweren sich über desinteressierte Klassen, aber kaum jemand hat sich schon einmal genau bei den SchülerInnen umgehorcht, was denn ihre Verbesserungsvorschläge sind. Zugegeben, die infrastrukturellen Engpässe an unseren Schulen machen zeitgemäßen Multimedia-Unterricht schwierig. Aber das ist ja bei weitem nicht alles, was verbessert werden könnte. Wenn du dich entschlossen hast, den SchülerInnen eine Möglichkeit zur Mitbestimmung über den Unterricht zu geben oder zumindest die Chance einer standardisierten, anonymen Rückmeldung, solltest du dir überlegen, wie du das Anliegen an die LehrerInnen heranträgst.

Deren Abwehrhaltung ist groß, was das Feedback betrifft. Viele LehrerInnen fühlen sich bedroht und haben Angst, die Ergebnisse könnten veröffentlicht werden und die KollegInnen mit schlechten Rückmeldungen wären ihren Job schnell los. Das ist aber nicht Sinn und Zweck des Feedbacks und es ist zuallererst notwendig, den LehrerInnen diese Angst zu nehmen. Was du vermitteln musst, ist dass es um eine gemeinsame Verbesserung der Unterrichtsqualität – trotz teilweiser miserabler Rahmenbedingungen – geht. Und solange das euer Hauptziel als InitiatorInnen des Feedbacks ist, muss sich niemand fürchten.

Feedback funktioniert grundsätzlich auf verschiedene Arten, am sinnvollsten ist und bleibt aber ein standardisierter Feedback-Bogen. Dadurch, dass SchülerInnen hier, wie in dem vorliegenden Beispiel, nicht schreiben, sondern nur ankreuzen müssen, bleibt die Anonymität, die so wichtig für ehrliche Rückmeldungen ist, auf jeden Fall gewahrt. Empfehlenswert ist, das Feedback zunächst auf freiwilliger Basis einzuführen, um die LehrerInnen nicht zu verschrecken. Erste positive Erfahrungen einzelner Lehrpersonen können schnell ein positives Image in den Lehrkörper bringen und so kann sich die Feedback-Kultur verbreitern.

Es ist aber auch klar, dass du alles Erdenkliche unternehmen musst, damit die ersten Versuche mit dem Feedback gelingen: Kopiert die Feedback-Bögen, bereitet die SchülerInnen in einer möglichst groß angelegten Informations-Kampagne darauf vor, dass das Feedback nicht dazu dient um sich an unbeliebten Lehrpersonen zu rächen, sondern dass es rein um die Qualität der Unterrichtsgestaltung geht. Um ein erfolgreiches Feedback zu ermöglichen, solltet ihr mit den genannten kleinen Schritten anfangen. Nur wenn ihr die Sensibilität für die Chancen, die das Feedback in sich birgt schafft, kann sich eine Rückmeldungs-Kultur, die enorm viel zu einem guten Schulklima beiträgt, durchsetzen.

Den Vorschlag wie ein solches LehrerInnenfeedback aussehen könnte, findest du auf den nächsten Seiten!

o       Alternative Leistungsbeurteilung

Von einer Initiative des Wiener Stadtschulrats ausgehend wurde in der österreichischen Öffentlichkeit über Alternativen in der Leistungsbeurteilung diskutiert. Mit diesen Alternativen wird versucht, die Beurteilung praxisorientierter und schülerInnenfreundlicher zu gestalten. Dem eigentlichen Problem, dass Noten oft die Leistung der SchülerInnen behindern anstatt sie zu fördern, können diese Alternativen jedoch keine Abhilfe verschaffen. Wir haben uns einen Vorschlag aus diesem Paket, die Zwei-Phasen-Schul- arbeit, ausgesucht, um dir die Idee dahinter vorzustellen.

§         DIE ZWEI-PHASEN-SCHULARBEIT

Eine Zwei-Phasen-Schularbeit bedeutet eine Aufteilung der Schularbeit in zwei zeitlich getrennte Teile. Die Aufgabenstellung der Schularbeit bleibt trotz der Aufteilung unverändert.

Wie läuft eine Zwei-Phasen-Schularbeit ab?

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein realisierbares Modell wäre (bei einer einstündigen Schularbeit): 40 Minuten Schularbeit, alle geben ihre Schularbeit ab und bekommen sie nach zwei Stunden noch einmal zurück. Dann dürfen sie ihre Schularbeit noch einmal 10 Minuten lang durchschauen. Dabei ist wichtig, dass die Bearbeitung der Schularbeit in der zweiten Phase mit einem andersfarbigen Stift als in der ersten Phase passieren muss. So wird sichtbar, wie viel innerhalb der 10 Minuten ausgebessert wird. Die Vorteile der Zwei-Phasen Schularbeit liegen auf der Hand:

Emotionale Distanz

Jede/r weiß, dass es oft unmöglich ist, während der Schularbeit die Fehler zu entdecken. Durch den zeitlichen Abstand der 10-minütigen Korrekturphase ist es möglich, emotional auf Distanz zu gehen. Gerade nervösen SchülerInnen kann so enorm geholfen werden.

Praxisnähe

Muss in der Praxis ein Text innerhalb von 50 Minuten abgegeben werden? Gerade DeutschlehrerInnen empfehlen bei Hausübungen, eine Rohfassung zu schreiben und diese einen Tag später zu überarbeiten, weil so mehr Fehler entdeckt werden. Dieses aufgeteilte und eingeteilte Arbeiten entspricht viel eher der Alltagsrealität als die kurzfristige, einmalige Arbeit unter striktem Zeitdruck.

Wo wird die Zwei-Phasen-Schularbeit angewendet?

Vor allem die Sprachfächer sind geeignet für Zwei-Phasen Schularbeiten. Eine Probephase wäre sicherlich angebracht. Durch das Verwenden einer anderen Farbe beim nachträglichen kontrollieren durch die SchülerInnen zeigen sich wie schon erwähnt gerade in Sprachen die Vorteile dieser Methode.

Gesetzlich möglich?

Laut den Aussagen verschiedener Landesschulräte bewegt sich die erwähnte Alternative zur gängigen Leistungsbeurteilung im gesetzlichen Rahmen. Sie kann jederzeit vom SGA den LehrerInnen empfohlen werden.

o       Ruf dir doch dein eigenes Seminar

Das Wissen, das in der Schule vermittelt wird, ist oft einseitig ausgerichtet. Die Unterrichtseinheiten gleichen einander und abwechslungsreiche Elemente fehlen. Wichtige technische Skills wie etwa Rhetorik, Projektmanagement oder Konfliktmanagement werden nur in den wenigsten Schulen unterrichtet. Themenbereiche wie Gefahren der Globalisierung, Antirassismus oder Frauendiskriminierung  gehen oft unter.

Auch kommt es leider nicht selten vor, dass LehrerInnen den Stoff langweilig und ohne viel Motivation und Engagement vortragen. Um diese Lücke auch in deiner Schule zu füllen, veranstaltet die aks gratis Kurzseminare und Diskussionsrunden in ganz Österreich.

Ruf einfach bei uns an und wir kommen an deine Schule und gestalten den Unterricht einmal anders. Ein solches Rufseminar wird meistens von zwei ReferentInnen vorgetragen. Es können auch mehrere Rufseminare parallel an einer Schule angeboten werden.  Falls du Fragen zu den Themenbereichen der Rufseminare oder zur Organisation hast oder ein Rufseminar an deiner Schule möchtest, ruf uns einfach an! Mehr Informationen findest du unter dem Bereich Aktivitäten.

o       Lebensraum Schule

Jeden Tag verbringen SchülerInnen 6 Stunden oder mehr in der Schule. Schule wird also für die Hälfte des Tages zu unserem Lebensraum. Grund genug für SchülerInnen die Schule auch nach ihren Wünschen und Bedürfnissen zu gestalten. Im folgenden sind ein paar Vorschläge zur Gestaltung der Klassen- und Schulräume aufgeführt. Deiner Kreativität soll dadurch aber kein Ende gesetzt sein, denn selbstverständlich gibt es unzählige Möglichkeiten die Schulausstattung zu verbessern und damit auch den Schulalltag ein bisschen angenehmer zu gestalten.

Couchen für die Klassenzimmer

Für gemütliches Zusammensitzen in den Pausen können Couchen sicherlich ein geeignetes Hilfsmittel sein. Über Flohmärkte oder Eltern, die alte Wohnungseinrichtungen loswerden möchten, ist es möglich, preisgünstig an Couchen heran zu kommen. Bezahlt werden kann das ganze etwa von der Klassenkasse oder einem kleinen (!) Beitrag den jede/r SchülerIn hinzugibt.

Aufenthaltsraum

Besonders in den Pausen ist es angenehm sich mit Schülerinnen und Schülern aus anderen Klassen treffen und unterhalten zu können. Ein Aufenthaltsraum ist nicht nur hierfür ideal, sondern auch ein Raum, in den SchülerInnen, die gerade Freistunde haben, immer gehen können ohne vorher mühselig nach einer leeren Klasse suchen zu müssen.

Getränke- oder Snackautomaten

Wer kennt das nicht? Nachmittagsunterricht und das Schulbuffet hat nicht mehr offen. Ein Getränkeautomat oder ein Snackautomat können hier Abhilfe schaffen. Solltest du so einen Automaten an deine Schule holen wollen, ist es am besten sich direkt mit den entsprechenden Firmen in Verbindung zu setzen. In der Regel werden diese gratis aufgestellt und beliefert.

Internetzugang

Nicht alle Schülerinnen und Schüler haben zu Hause Internet. Sollte es in deiner Schule Internet geben, wäre es sicherlich von Vorteil ein paar Computer für Pausen oder Freistunden zur Verfügung zu stellen, damit die SchülerInnen auch Abseits des Unterrichts in der Schule ins Internet gehen können.

All diese Projekte musst du vorher vom SGA absegnen lassen. Sollten die Projekte an finanziellen Engpässen scheitern, ist es sicherlich empfehlenswert, sich wie auch früher schon erwähnt, an den Elternverein zu wenden. Dieser unterstützt in der Regel Projekte, die das Schulklima verbessern und steuert vielleicht auch etwas Geld hinzu.

o       More Ideas

Natürlich haben wir noch weitere Ideen und Projektvorschläge, die wir dir vorstellen wollen.

Pinwand für die SchülerInnenvertretung

Es wäre mühselig, müsstest du, wenn du neue Informationen für die SchülerInnen hast,  jedes Mal durch alle Klassen rennen. Deshalb ist eine Pinwand für SchülervertreterInnen (oder auch SV-Infowall) eine Möglichkeit, Informationen für die SchülerInnen zugänglich zu machen. Die Pinwand sollte an einer Stelle angebracht sein, die den SchülerInnen ins Auge fällt (am besten neben dem Supplierplan). Die Pinnwand kann sich nur durchsetzen, wenn sie immer mit aktuellen Informationen aufgefüllt wird, wie z.B.: Infos zu euren Aktivitäten, was sich in der Schule und Umgebung so tut, Veranstaltungen, Protokolle der KlassensprecherInnensitzung, aktuelle Informationen der LandesschülerInnenvertretung, usw. Die Pinwand für die SchülerInnenvertretung ist ein Mindeststandard für die Arbeit als SchülervertreterIn.

Kummerbriefkasten

Eine Schülerin wird von einem Lehrer unter Druck gesetzt, traut sich aber nichts sagen und will anonym bleiben. Hier kann der Kummerbriefkasten hilfreich sein. So kannst du gewährleisten, dass SchülerInnen Beschwerden anonym in den Postkasten werfen können. Vor allem für schüchterne oder junge SchülerInnen ist das eine wichtige Möglichkeit, ihren Problemen Raum zu geben. Wie bei der Pinwand darf der Kummerbriefkasten nicht in der Abstellkammer angebracht sein. Du solltest den Kummerbriefkasten entsprechend bewerben (z.B. bei einer KlassensprecherInnensitzung oder auf einem Infoblatt) damit die SchülerInnen wissen, wo er zu finden ist und wozu sie den Briefkasten nutzen können. Der Briefkasten ist nicht nur für Probleme da, sondern steht auch für Anregungen bzw. Feedback zu deiner Arbeit zur Verfügung.

SV-Wallpaper

Um die SchülerInnen deiner Schule über die Arbeit der SchülerInnenvertretung zu informieren, könnt ihr ein SchülerInnenvertretungs-Wallpaper herausgeben. Auf diesem Wallpaper können Ereignisse der Schule, Ergebnisse der KlassensprecherInnensitzung oder des Schulgemeinschaftausschusses oder Infos über Projekte der SchülerInnenvertretung zu finden sein. Ein SV-Wallpaper bedeutet keinen hohen Aufwand. Einfach im Word oder einem Textverarbeitungsprogramm auf einer A4 Seite im Querformat eure Infos schreiben, ausdrucken und dann vergrößert auf A3 kopieren. Das SV-Wallpaper kannst du dann in den Klassen und an anderen geeigneten Plätzen aufhängen. Bei mehreren Ausgaben ist es sinnvoll, die Farben des A3 Papiers zu wechseln, damit die SchülerInnen merken, wenn eine neue Ausgabe erscheint. Die „Light“ Version des SV-Wallpapers ist das Infoblatt, das auf A4 ausgedruckt wird und aufgehängt bzw. verteilt wird.

Sollte der/die DirektorIn sogar versuchen kleinere Projekte wie das SV-Wallpaper wegen „zu hohen Kosten“ abzuwürgen, weil sie zu teuer sind, bringt euer Anliegen in den Schulgemeinschaftsausschuss ein. Im Sinne der Schulpartnerschaft ist es wichtig, dass die SchülerInnen regelmäßig informiert werden. Das ist eine Grundaufgabe als Interessensvertretung der SchülerInnen. Dieses Argument ist in der Regel auch für LehrerInnen- und ElternvertreterInnen verständlich.

SchülerInnenvertretungssprechstunde

SchülerInnen haben Probleme mit einem/einer LehrerIn, die Beschwerde dringt aber nicht zu dir durch, weil die SchülerInnen nicht direkt zu dir kommen. Du könntest eine SchülerInnenvertretungssprechstunde einrichten, die monatlich nach der offiziellen Unterrichtszeit oder in der Mittagspause stattfindet. Du brauchst dafür einen Raum, in den man ungestört sprechen kann und eine entsprechende Bewerbung (Infoblatt oder eine Ankündigung bei der KlassensprecherInnensitzung) der SchülerInnenvertretungssprechstunde.

Die SchülerInnen müssen wissen, wo, wann und in welchen Angelegenheiten sie zu dir kommen können. Die Sprechstunde bietet die Möglichkeit über Rechtsfragen, LehrerInnenbeschwerden, Hausordnung und Anregungen und Anliegen der SchülerInnen zu reden.

Unterschriftenaktion

Drei Stimmen können einiges erreichen, mit hunderten Stimmen im Rücken könnt ihr aber noch viel mehr machen. Eine Unterschriftenaktion kann dazu dienen, den Forderungen der SchülerInnenvertretung beispielsweise nach einem billigeren Buffet, Rückhalt zu verleihen. Die Forderung und eine Tabelle zum Ausfüllen ist schnell zu Papier gebracht und kopiert. Um zu gewährleisten, dass ihr eine Menge Unterschriften bekommt, lohnt es sich durch die Klassen zu gehen, die Listen auszuteilen und selbst wieder einzusammeln. Erfahrungen haben gezeigt, dass bei einer Unterschriftenaktion, die über die KlassensprecherInnen durchgeführt wird, leider oft viele Listen verloren gehen.

Auch die aks oder die LandesschülerInnenvertretungen führen des öfteren landes- und bundesweite Unterschriftenaktionen durch, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Du kannst solche Aktionen aktiv unterstützen.

Umfrage

Eine Umfrage kann hilfreich sein, um die Meinung der SchülerInnen zu einem Thema in Erfahrung zu bringen. Die Umfrage kann, wie eine Unterschriftenaktion, die Forderungen der SchülerInnenvertretung untermauern. Die Durchführung erfolgt ähnlich wie bei einer Unterschriftenaktion, nur dass eine Umfrage mehr Aufwand bedeutet. Eine Umfrage muss ausgewertet werden. Wie lange eine Auswertung dauert, hängt natürlich von der/den Fragestellung/en ab. (Ja/Nein-Fragen mit Antwort zum Ankreuzen machen die Auswertung oft einfacher). Themenbeispiel für eine Umfrage: Diskussion zwischen Fünf- oder Sechstagewoche oder welche Freigegenstände eingeführt werden sollen.

Schulfotoaktion

Die Schulfotoaktion kommt fast auf jede SchülerInnenvertretung zu. Schulfotos sind meist beliebt, sei es zur Erinnerung an die Schulzeit oder als Verwendung für Jahresberichte. In den meisten Schulen organisiert die SchülerInnenvertretung einen Schulfotografen. Es lohnt sich, verschiedene Angebote einzuholen, denn die Preise zwischen den FotografInnen variieren beträchtlich. Hat mensch eine/n FotografIn im Auge, klärt man im SGA bzw. mit der Direktion ab, wie die Fotoaktion ablaufen soll. Wenn euch der/die AdministratorIn bei der Einteilung hilft, wann welche Klassen fotografieren gehen, ist das eine immense Arbeitserleichterung. Um zu viel Stress und andauerndes Auffordern zum Zahlen zu vermeiden, solltet ihr den Klassen die Fotos erst geben, wenn alle bezahlt haben. Viele FotografInnen bieten der SchülerInnenvertretung eine Provision an.

Auf der einen Seite kann die Provision als Lohn für die Organisation der Fotoaktion gesehen werden. Auf der anderen Seite ist die Tätigkeit des/der SchülervertreterIn eine ehrenamtliche Tätigkeit, und in diesem Sinne wäre es sinnvoll, das Geld für Projekte der SchülerInnenvertretung zu verwenden.

Podiumsdiskussion

Stundenkürzungen und Bildungseinsparungen sind Themen, die die Schule und SchülerInnen massiv betreffen. Die SchülerInnenvertretung kann zu brisanten Themen wie diesen eine Podiumsdiskussion organisieren. Zu dieser Veranstaltung sind alle SchulpartnerInnen (LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen) eingeladen, um über dieses Thema mehr zu erfahren. Auf dem Podium können ExpertInnen, PolitikerInnen und VertreterInnen der jeweiligen SchulpartnerInnen sitzen. Eine Podiumsdiskussion benötigt eine Moderation und eine geeignete Räumlichkeit (im Idealfall stehen Mikros zur Verfügung).

Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen werden meist gerne von Lehrer- Innen, die Politische Bildung unterrichten, unterstützt.

Schulfest

Ein Schulfest kann Abwechslung zum einfärbigen Schulalltag sein. Sie sind jedoch mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden. Bei einem Projekt wie dem Schulfest kommt es auf Teamwork, Time-Management und das richtige Organisieren an. Wer etwas Größeres im Sinn hat, kann versuchen, mit SchülerInnenvertretungen anderer Schulen ein Mega-Schulfest zu organisieren. Schulfeste können auch unter ein Motto gestellt werden, z.B. Rock against Racism.

Nachhilfeservice

Nachhilfe kann teuer sein. Um diesem Problem Abhilfe zu verschaffen, könnte ein Nachhilfeservice von SchülerInnen für SchülerInnen eingerichtet werden. Ihr sammelt Angebote für Nachhilfeunterricht (vorzugsweise von SchülerInnen in den höheren Klassen) für die jeweiligen Fächer ein und hängt diese mit Telefonnummern und Klasse an eine Pinwand. Dieses Angebot kann (und wird!) von den SchülerInnen jederzeit wahrgenommen werden.